11: GEOLOGIE IM WATTENSCHEIDER RAUM
Die im südlichen Ruhrgebiet und auch hier zu Tage austretenden Kohlenflöze sind
etwa 320 Millionen Jahre alt. Diese flözführenden Gebirgsschichten, auch Steinkohlengebirge
genannt, gehören zur erdgeschichtlichen Zeit des Oberkarbons. Sie sind
etwa 2600 m mächtig. In diesem Gebirgskörper sind etwa 100 bauwürdige Flöze
durch Abbau oder Bohrungen aufgeschlossen.
Vor etwa 345 Millionen Jahren war dieses Gebiet Teil eines Meeresbeckens, das
sich über Nordwesteuropa erstreckte. Das Rheinische Schiefergebirge im Süden
sowie Geländeerhebungen im Westen und Osten waren natürliche Grenzen dieses
Meeres. Im Küstengebiet kamen zunächst die verschiedensten Sedimente zur Ablagerung.
Nach etwa 25 Millionen Jahren setzte dann ein Klimawechsel ein. Feuchtwarme
Witterungsbedingungen begünstigten das Wachstum von tropischen Moorwäldern.
Hier wuchsen z.B. Schuppenbäume (Sigillarien) bis zu 30 m, Schachtelhalme
bis zu 20 m sowie Farne und farnartige Gewächse bis zu 8 m Höhe. Aus diesen
Wäldern bildeten sich später nach Überlagerung durch weitere Sedimente die Kohlenflöze.
In der Folgezeit wurden die Karbonschichten durch große Schubkräfte, Zerrungen
und Pressungen mehrfach aufgefaltet (Sättel und Mulden); es bildeten sich Gebirgsstörungen,
wie Sprünge, Überschiebungen und Verschiebungen.
Vor etwa 100 Millionen Jahren überflutete von Norden wiederum ein Meer unsere
Gegend. Seine Küstenlinie verlief im Bereich des Hellweges. So wurden die Karbonschichten
durch kalkige und mergelige Sedimente der Kreidezeit bis zur Küstenlinie
überlagert. Dieses sogenannte Deckgebirge nimmt nach Norden stetig zu und hat
im Münsterland eine Mächtigkeit von über 1000 m.
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